change.

24. November 2018

Eigentlich hatte ich vor ein Rezept für ziemlich leckeres Brot zu schreiben. Bereits nach wenigen Sekunden des Schreibens schlich sich jedoch ein ganz bestimmtes Wort in meine einleitenden Worte.

Veränderung.

Mit diesem einen Wort wurde aus einem einfachen Rezept ein Beitrag, der sehr viel mehr als nur Gedanken über frisch gebackenes Brot beinhaltet. So let’s start.

Brot ist etwas Wunderbares. Vor allem, weil man durch das Ändern der ein oder anderen Zutat immer wieder etwas Neues zaubern kann. Dazu braucht es nur etwas Kreativität und Freude an etwas Neuem, an Veränderung.

Bei den meisten Menschen, mich eingeschlossen, löst dieses Wort im ersten Moment ein eher mulmiges Gefühl aus. Vielleicht sogar ein Gefühl von Angst, im schlimmsten Fall sogar irrationale Panik. Veränderung.

V - E - R - Ä - N - D - E - R - U - N - G

Ändern.

Umformen.

Überarbeitung.

Modifizieren.

Umgestalten.

Keines dieser Synonyme lässt mich darauf schließen, dass mit einer Veränderung etwas Negatives einhergeht. Im Gegenteil. Ist es nicht eine wahre Wohltat etwas Altes, vielleicht sogar Ungeliebtes umzugestalten? Schauen wir uns doch mal das ein oder andere Beispiel an: die alte Kommode. Von Oma. Die im Wohnzimmer schon seit einiger Zeit ihr Dasein fristet. Eher wenig Beachtung erfährt, vielleicht sogar schon die ganze Zeit durch eine neues, schickeres Teil von IKEA ersetzt werden soll. Eines Abends kommt dann der plötzliche Drang das Teil abzuschleifen und zu schauen, was sich unterm Lack befindet. Und ich meine WOW! Wie wundervoll das Holz aussieht. Und jetzt, jetzt ist es eines meiner liebsten Teile. Eine kleine Veränderung, die meinem Wohnzimmer, meiner Wohnung und somit auch meinem Alttag ein völlig neues Erscheinungsbild schenkt.

 

Klar, jeder Veränderung startet mit einer Überwindung, beziehungsweise dem Mut etwas Neues zu beginnen. Einer Anstrengung, Kraft und im Falle der Kommode jeder Menge Schweiß und Pfiffe der auf dem Dach nebenan arbeitenden Dachdeckern. Es bedeutet eventuell sich von etwas oder einem Geliebtem zu verabschieden, um sich stattdessen selbst weiterzuentwickeln. Ein wirklich guter Punkt. Beziehungen. Wie viele Menschen bleiben in Beziehungen, in denen weder eine tiefe Liebe noch das Glück zu finden ist, nur um nichts verändern zu müssen? Um im alten, vermeintlich sicheren und stabilen Lebensumstand zu bleiben, nur um nicht diesen einen Schritt gehen zu müssen. Dieser eine Schritt, der aber mit sehr großer Wahrscheinlich für beide Partner etwas Gutes bedeuten würde.

Veränderungen begegnen uns täglich. Überall. Die Welt verändert sich. Unser Klima. Die Menschen. Vielleicht ist es auch gerade das, was uns diese Angst macht. Wir sehen was es bedeuten kann, wenn sich Dinge ändern. An dieser Stelle muss zwangsläufig an meine Oma denken die mir den Satz “Früher, da war alles besser!“ entgegenschmettert. Ich könnte an dieser Stelle ein politisches Statement abgeben. Das lasse ich aber. Was ich allerdings sagen möchte, ist folgendes: Lassen wir die Veränderung zu. Nehmen wir sie an und versuchen sie zu etwas Gutem zu machen. Jeder von uns kann einen Beitrag dazu leisten, dass jedem Wandel etwas Gutes innewohnt. Gehen wir doch kurz in uns und überlegen was wir ändern könnten, um uns, unserer Umwelt oder einem geliebten Menschen etwas Gutes zu tun. Vielleicht lassen wir die dumme Angewohnheit mit dem Rauchen und ersetzen diese durch eine Runde Seilspringen? Vielleicht lassen wir die Plastiktüte beim nächsten Einkauf einfach liegen und haben stattdessen immer unser Stoffbeutel dabei? Vielleicht sagen wir der Freundin einfach mal wie klasse sie in ihrem neuen Kleid aussieht, anstelle sie mit einem kritischen Blick für die erneute Investition zu bestrafen? Das sind alles Kleinigkeiten, die super leicht umzusetzen sind und keinem von uns schaden. Im Gegenteil. Lassen wir die alten Gewohnheiten einfach los und haben Spaß daran, etwas Neues zu entdecken.

Mir ist an dieser Stelle durchaus bewusst, dass nicht jede Änderung in unserem Alttag easy und ohne größere Anstrengung zu bewältigen ist. Manchmal hilft es aber einfach nicht so arg viel darüber nachzudenken. Ein Beispiel: ich bin vor gut 3 Jahren von Jena nach Leipzig gezogen. Ohne überhaupt jemanden in der neuen Stadt zu kennen, ohne zu wissen, wie ich mich im neuen Job zurechtfinden werde. Ich hatte mir das einfach in den Kopf gesetzt. Klar, dass passierte nicht über Nacht, aber tatsächlich habe ich mir wenig Gedanken über mögliche Konsequenzen gemacht. Dennoch kann ich nicht recht verstehen, wie ich das damals geschafft habe. Wie eingangs erwähnt bin auch ich ein Mensch, der nicht jeder Veränderung mit offenen Armen und einem Lächeln auf den Lippen entgegenspringt. Heute bin ich so froh darüber diesen Schritt gegangen zu sein. Ich habe so wunderbare Menschen kennen gelernt, habe neue Freundschaften geschlossen, gehe (meistens) mit einem Lächeln auf Arbeit, komme jeden Abend gerne nach Hause und werde stürmisch von Mathilda begrüßt. Ich liebe den Sommer am See. Den Herbst im Park. Den Winter in meiner gemütlichen Wohnung. Eine wirklich tolle Veränderung. Wenn ich so darüber nachdenke, habe ich wirklich schon einige Veränderungen hinter mich gebracht und darauf bin ich wahnsinnig stolz. Und ganz ehrlich: Keine davon hat mir geschadet. Einige haben sicher geschmerzt und viel Kraft gefordert, aber alle waren am Ende doch genau das, was ich gebraucht habe.

Also: Lass uns mutig sein und jeder Veränderung mit einem Lächeln entgegnen. Sie wird uns mit großer Wahrscheinlichkeit etwas Gutes bringen.

Was für das große Ganze gilt, gilt auch für die kleinen Dinge im Leben. Aus vielen Grundrezepten kann man durch das Ändern oder Ergänzen einiger Zutaten etwas vollkommen Neues zaubern. Deshalb gibt’s hier jetzt ein Rezept, das nur darauf wartet, von dir nach deinen Vorstellungen verändert zu werden.

P.S.: Das Rezept für das ziemlich leckere Brot gibt’s natürlich trotzdem. Und zwar hier ;)

© 2018 by Katharina Welsch BA Innenarchitektur || Impressum

  • Black Instagram Icon
  • Black Pinterest Icon

kathakatinka - Ein veganer Food Blog aus Leipzig mit viel Herz und Bewusstsein für Natur & Umwelt.