ichoc.

märz 2019

Oh wie habe ich mich darauf gefreut diesen Blogbeitrag zu schreiben. Wirklich. Schon seit ich angefangen habe hier meine Rezepte und Erfahrungen zu teilen, wollte ich etwas über Schokolade schreiben. Und insgeheim habe ich schon damals gehofft, dass ich an dieser Stelle über iChoc schreiben darf. Und siehe da: es hat geklappt ;)

Aber fangen wir mal am Anfang an. Seit nun fast schon 4 Jahren lebe ich ausschließlich vegan, was viele von euch inzwischen sicher schon wissen ;) Das war zu Beginn natürlich nicht besonders einfach, vor allem wegen der Geschichte, die hinter alledem steckt. Wenn du sie noch nicht kennst, darfst du gerne mal meinen ziemlich persönlichen Beitrag control. lesen. Danach wirst du verstehen, warum gerade meine Beziehung zu Süßigkeiten und demnach auch zur Schokolade eine ganz Besondere ist. Tatsächlich war die erste vegane Schokolade, die ich 2015 aus dem Regal bei DM nahm die Choco Cookie von iChoc. Und noch heute ist sie mein absoluter Favorit. Ungelogen! Ich bin prinzipiell eigentlich nicht der Typ Mensch, der sich eine Tafel Schokolade kauft um sie dann am Abend auf dem Sofa, vorm TV zu verschlingen. Ich konnte Menschen, die sich zwei Tafeln auf einmal reinziehen nie verstehen. Kann ich im Übrigen auch heute noch nicht. Schokolade ist und bleibt für mich ein absolutes Genussmittel. Ein Stück, vielleicht auch zwei oder maximal drei auf einmal. Dann ist erstmal Schluss. Nicht, weil ich Angst habe ich könnte zu arg zulegen, sondern weil mein Körper dann "stopp" sagt. Mehr geht einfach nicht. Ne Stunde später sieht das dann aber schon wieder anders aus ;) In Bezug auf Essen bin ich oft einfach gestrickt. Viel Firlefanz braucht es bei mir nicht. Aus wenigen Zutaten etwas verdammt Leckeres zu zaubern fasziniert mich ohnehin viel mehr als ein Rezept bei dem die Zutatenliste schon ein halbes Buch ist. Bei Schokolade sieht’s hingegen etwas anders aus: hier MUSS es etwas "Besonderes" sein. So ganz ohne irgendeinen Kick...das gibt mir nichts. Würde ich mir auch nicht kaufen. Außer zum Backen. Da hab ich immer einen Vorrat von mindestens drei Tafeln 70 %iger Schoki im Vorratsschrank. Mein Hang zum Besonderen war wohl damals auch der Grund, warum ich zur Choco Cookie griff. Hört sich doch echt ziemlich verlockend an, oder? Und was soll ich sagen, sie ist auch wirklich unheimlich lecker. Inzwischen gehört auch die White Nougat Crisp und die Super Nut zu meinen Favoriten. Seit es die Expedition Edition gibt, schwärme ich von der Sunny Almond. Oh man, allein der Gedanke daran ist schon wieder ziemlich verlockend den Weg zum Schrank zu gehen und eine Tafel raus zu holen. Aber ich reiß mich an dieser Stelle mal zusammen und erzähl erstmal ein paar Hardfacts zu iChoc. Ich meine sie schmeckt verdammt lecker. Punkt. Ich glaube, das habe ich jetzt schon relativ überzeugend zu Papier gebracht. Tatsächlich kann ich kaum einen Unterschied zur "normalen" Schokolade von damals feststellen. Wieder ein Punkt, bei dem man als Veganer absolut nicht auf etwas verzichten muss. Aber es ist eben nicht nur der Geschmacksaspekt, der für mich eine große Rolle spielt. Ja, klar, mit Süßkram ist es wie mit Männern (oder eben Frauen) – der erste Eindruck zählt. Und das ist und bleibt der Geschmack. Warum sich manche Menschen Dinge kaufen, die ihnen nicht zu 100 % schmecken, nur weil sie günstig oder vermeintlich besonders gut für den Körper sind, verstehe ich nicht. Etwas, dass ich mir in den Mund stecke muss mich geschmacklich schon auch überzeugen. Aber genug dazu.

Mir geht es hier auch um einen anderen weitaus tieferen Aspekt: den ökologischen und ökonomischen. Die Rohstoffe, die bei der leckeren Schoki zum Einsatz kommen, stammen aus 100 % geprüftem Bio-Anbau, die Verpackung der iChoc Tafeln ist FSC-zertifiziert und ist dank kompostierbarer NatureFlex-Folie eine ökologische Alternative zur herkömmlichen Alu-Folie. Da aber auf den zweiten Blick nicht nur das Äußere zählt, legt man bei iChoc auch Wert auf alles, was "Hinter den Kulissen" vonstattengeht. Die verwendeten Kakaobohnen werden in der Dominikanischen Republik von Kleinbauern bezogen, die ihren Kakao nach BIO-Standards anbauen. Heißt im Umkehrschluss: Verzicht auf giftige Pestizide, Erhalt der natürlichen Flora und Fauna und Anbau in Misch- anstelle von Monokulturen. Wenn man nicht gerade selbst ambitionierter Kleinbauer ist und Dreifelderwirtschaft betreibt, wird man damit erstmal nicht allzu viel anfangen können. Um das hier jetzt nicht zum Bio-Leistungskurs auszuweiten, versuche ich es mal recht kurz und knackig auf einen Punkt zu bringen. In Monokulturen wird nur eine Sorte Pflanze angebaut. Die Kakaobäume stehen auf diesen Plantagen dicht an dicht gedrängt nebeneinander, was zur Folge hat, dass sie sich zum einen gar nicht richtig entfalten können und zum anderen eine Verbreitung von Schädlingen und anderen Krankheiten natürlich viel, viel schneller voranschreitet. Das Wiederum hat zur Folge, dass giftige Chemikalien eingesetzt werden müssen, um diese zu bekämpfen. Von einer gesunden Kakaobohne ist hier am Ende demnach leider nicht mehr wirklich viel übrig. Mischkultur hingegen bedeutet, wie der Name schon sagt, dass unterschiedliche Pflanzenarten auf einer Plantage angebaut werden. Auf den Plantagen der Kleinbauern, von denen iChoc die Bohnen bezieht, beispielsweise Bananenbäume. Hier profitieren die unterschiedlichen Arten voneinander: Der Bananenbaum spendet der Kakaopflanze den dringend benötigten Schatten und hat zudem eine spannende Auswirkung auf den späteren Geschmack der Schokolade. Aber nicht nur die Pflanzen und der Konsument profitiert von dieser Anbauweise. Auch die Kleinbauern profitieren von den Erträgen der unterschiedlichen Nutzpflanzen. Bleibt nun noch die Frage warum man ausgerechnet die Dominikanische Republik als Anbaugebiet gewählt hat. Nun, diese ist für mittelamerikanische Verhältnisse ein wirtschaftlich recht gesundes Land – Dank Tourismus und lukrativen Exportgütern. Die bereits erwähnten Kleinbauern haben sich hier in sogenannte Kooperativen zusammengeschlossen, was eine gemeinsame Vermarktung und somit einen höheren Verkaufspreis ermöglicht. Sie beziehen zudem ein faires und solides Einkommen, was ihnen ermöglicht, ihre Kinder zur Schule zu schicken und sich wirtschaftlich weiterzuentwickeln. Die Dominikanische Republik ist aus diesen Gründen wenig anfällig für Gefahrenherde wie Kinderversklavung und verbrecherische Ausbeutung. Die Weiterverarbeitung der Kakaobohne erfolgt dann in Deutschland. Wer es genau wissen will: in der Schokoladenfabrik Weinrich, die schon seit über 100 Jahren für Schokoladenproduktion auf höchstem Niveau steht. Sie gehört somit zu den ältesten Schokoladenfabriken Deutschlands und wird noch als traditionelles Familienunternehmen geführt. Schon früh widmete man sich der „alternativen“ Schokoladen-Produktion und ist Pionier auf den Gebieten Bio- und Fairtrade-Schokolade.

Ich weiß nicht, inwiefern du darauf achtest, dass das was du zu dir nimmst, auch deiner Umwelt so gut es eben nur geht, etwas Gutes tut. Und wenn es am Ende nicht die ökologischen oder ökonomischen Fakten sind, die dich davon überzeugen auf pflanzliche Schokolade umzusteigen, dann gebe ich dir an dieser Stelle einen Tipp: Kauf dir einfach mal eine Tafel. Und sei dabei ganz unvoreingenommen. Ich verspreche dir, du wirst sie lieben. Und wenn dann ja doch der erste Eindruck der entscheidende ist, wer weiß, ob du dann nicht zukünftig beim Süßigkeitenregal zur iChoc greifst ;)

© 2018 by Katharina Welsch BA Innenarchitektur || Impressum

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kathakatinka - Ein veganer Food Blog aus Leipzig mit viel Herz und Bewusstsein für Natur & Umwelt.