jacky f.

märz 2019

Das erste Mal habe ich vor gut einem Jahr die grün-weiße Dose mit der Aufschrift 

"Jacky F. – das ist Fruchtfleisch" im Regal meines Bio-Ladens entdeckt. Zu diesem Zeitpunkt war sie mir tatsächlich schon ein Begriff. Ich hatte schon einigen Zubereitungsmöglichkeiten gehört, sie aber noch nie gekostet. Und da stand sie also. Wartete darauf von mir getestet zu werden. Und weil ich mich, wenns ums Essen geht, nicht davor scheue neue Dinge auszuprobieren, sind direkt mal 2 Dosen in meinen Einkaufskorb gewandert.

Wer mir auf Instagram schon etwas länger folgt, weiß auch was ich damals damit zubereitet habe. Na? Ne Idee? Jap, das war der Pulled-Jackfruit-Burger. Das Rezept stammt von eatthis, dem Blog von Nadine und Jörg. Wie ihr wisst, einer meiner absoluten Favoriten, wenn’s ums vegane Essen geht. Ich muss auch sagen, dass ich die Pulled-Jackfruit in dieser Form wirklich mega lecker fand. Mit dem Inhalt der zweiten Dose hab ich mir dann direkt mal nen kleinen Vorrat angelegt. Daraus wurde eine Woche später dann Lasagne – auch wirklich super lecker.
Der Einstieg mit der Jackfruit war also bereits vor gut einem Jahr gegeben. Deshalb freue ich mich heute umso mehr, dass ich gemeinsam mit den beiden Mädels von Jacky F. das

Produkt mal etwas genauer vorstellen darf. Probiert hab ich neben der bereits bekannten eingelegten, jungen Frucht auch die reife, getrocknete Jackfruit. Für mich was ganz Neues, da ich bislang eben nur die Dosen-Variante kannte. Die Bezeichnung "Frucht" lässt jedoch vermuten, dass es da wohl auch irgendwas Süßes geben muss. Meine liebe Freundin Frances kennt sie aus ihren Asien-Reisen tatsächlich ausschließlich in süßer Form. Verrückt.


Aber mal von Anfang an: Wenn ich mich recht erinnere, hat das Thema "Jackfruit" vor gut 2 Jahren begonnen. Aber warum eignet sich die Jackfruit so gut als Alternative zu herkömmlich Fleischersatz aus Soja und Co.? Stellen wir uns also mal folgende Frage: Was zur Hölle ist Jackfruit eigentlich!? Hierzulande wird sie auch Jackfrucht genannt und ist auf Speißekarten und in Supermarktregalen noch eher eine Seltenheit. In vielen tropischen Regionen hingegen sieht man sie nahezu überall. Und ja, die Frucht ist wirklich immens groß! Eine ausgewachsene Frucht kann bis zu 50 kg auf die Waage bringen und das lässt nun erahnen wie riesig diese Früchtchen (hahaha) sind. Nice to know: mit diesem Gewicht und ihrer Größe ist sie übrigens die größte Baumfrucht der Welt! Der Jackfruitbaum kann bis zu 20 Meter hoch wachsen und trägt seine Früchte am Stamm und an starken Ästen. Und nun noch für die, die ganz genau wissen wollen: Jackfruit gehört zur Familie der Maulbeergewächse. 

Äußerlich erinnert sie ein bisschen an eine überdimensionierte, grüne Litschi. Im Inneren der Jackfruit verbirgt sich das Fruchtfleisch, was je nach Reifegrad anders aussieht. Die Jackfruit wächst weltweit in den Tropen und wird in ihren Ursprungsländern, wie bereits erwähnt, meistens reif und süß verzehrt. In Südasien und insbesondere in Sri Lanka wird die Frucht hingegen auch für herzhafte Gerichte, wie beispielsweise vegetarisches Curry verwendet. Übrigens auch genau das Gericht, welches zur "Geburt" von Jacky F. beitrug. Dazu aber später mehr…

Aber wie schmeckt Jackfruit? Die junge Frucht ist recht geschmacksneutral und man sie deshalb durch unterschiedliches Würzen je nach Gericht auch unterschiedlich schmecken lassen kann. Nennt man so? Keine Ahnung, aber ich denke, ihr wisst was ich meine. Die reife Frucht hingegen erinnert etwas an den Geschmack einer Mango oder auch Papaya. Vielleicht auch einer Mischung aus beidem. In jedem Falle ziemlich tropisch ;)So, ich hoffe das waren jetzt erst einmal genug Basis-Informationen zur Jackfruit an sich, denn ich möchte euch ganz gerne noch etwas über das StartUp Jacky F. erzählen.Einige von euch kennen seine Gründerin Julia vielleicht schon aus der Sendung "Die Höhle der Löwen". Ich persönlich habe die Folge mit Julia damals leider nicht gesehen, mir wurde aber von einer super sympathischen und taffen Gründerin berichtet.

Dieser Eindruck hat sich dann auch verstärkt, als ich den ersten E-Mail Kontakt mit Carla, Julias erste Mitarbeiterin, hatte. Super, super liebe Menschen und eine wirklich angenehme und vor allem transparente Kommunikation. So mag ich das!
 

Und wie kam das nun mit Julia und der Jackfruit? Alles fing an, als ihr Freund 2013 eine Zusage für ein Entwicklungsprojekt in Sri Lanka erhielt. Julia ging mit ihm. Und so kam es, dass sie an einem besonders heißen Tag in einem kleinen Restaurant am Straßenrand ein vegetarisches Rice & Curry bestellte. Nach den ersten Löffeln, wunderte sie sich jedoch, da das auf ihrem Teller eindeutig Hähnchen zu sein schien. Promt beschwerte sie sich in der Küche. Doch die Köchin guckte nur ungläubig und sagte „That’s Jackfruit“.
Baaahhhhmmm! That’s it!, dachte sich Julia. Sie überlegte, entwarf Konzepte, laß Bücher über Startup-Gründungen, machte erste Kocherfahrungen mit Jackfruit und siehe da: Julia hat es geschafft. Sie hat die Jackfruit in Bio-Qualität nach Deutschland geholt. An dieser Stelle möchte ich super gerne auch mal meinen persönlichen Respekt für Julia kundtun: Sie hat ihren sicheren Job in Deutschland gekündigt und sich auf eine Reise ins Unbekannte begeben. Aus einer Idee und der Leidenschaften für Nachhaltigkeit, Lebensmittel und Landwirtschaft entstand ein wirklich wundervolles Produkt und ein tolles, transparentes Unternehmen mit einer bestaunenswerten Philosophie.

 

"Ich kann nur für mich sprechen und denke, dass wir wieder mehr Menschlichkeit in unser Wirtschaften bringen müssen. Schließlich muss die Wirtschaft dem Menschen dienen, wie schon der Alnatura-Gründer Götz Rehn sagte." - Julia Huthmann
 

Wie recht sie damit hat! Bei all dem Konsum, der uns tagtäglich begleitet, vergessen wir so oft die Menschen dahinter. Die Menschen und auch die Bedingungen, unter denen ein Produkt auf den Markt gebracht wird. Julia arbeitet sehr eng und vor allem auch persönlich mit ihren Produzenten und Lieferanten in Sri Lanka zusammen. Aus einstigen Geschäftspartnern sind sehr persönliche Beziehungen entstanden. Einige Treffen pro Jahr sind hier keine Seltenheit. Im Herbst 2017 kam dann ein weiteres super spannendes Projekt zustande: Im Norden Sri Lankas, dem ehemaligen Kriegsgebiet, startete Jacky F. zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit ein Bio-Anbau-Projekt. Toll! Einfach nur toll!
Solche Geschichten inspirieren mich immer wahnsinnig und bestärken mich darin, meinen eigenen Weg weiterzugehen. Auch wenn es (noch) nicht im angestrebten Umfang ist, bin ich der Meinung, dass ich super viel zu einer besseren Welt beitragen kann. Ja, das klingt jetzt wahnsinnig willkürlich, ist aber so. Wenn nur jedem Menschen ein bisschen mehr bewusst wäre, was wir unserer Umwelt, den Menschen und nicht zuletzt natürlich den Tieren tagtäglich zumuten, so würde es mit großer Wahrscheinlichkeit wesentlich mehr dieser "Gutmenschen" geben – wie ich dieses Wort doch hasse. Aber gut. Ich möchte an dieser Stelle auch gar nicht weiter abschweifen, sondern euch jetzt super gerne das erste meiner beiden Rezepte an die Hand geben. Ich habe mich mit der süßen Variante für eine Abwandlung meines Müsli-Rezeptes entschieden. Diese Version ist durch Kokos, Mandeln und natürlich die Jackfruit ziemlich tropisch und passt mit Sicherheit super in den Sommer ;)

Also dann, los geht’s!

Für eine gute Menge Müsli brauchst Du:

  • 400 g kernige Haferflocken

  • 100 g Buchweizen

  • 30 g Chiasamen

  • 120 g geschälte Mandeln

  • 1 Tüte Jacky F. getrocknete, reife Jackfruit (die gibt es ganz bald auch online zu kaufen)

  • 80 ml Agavendicksaft

  • 1 Hand voll Kokos-Chips

  • 60 g Kokosöl

  • ca. 100 g weiße Schokolade (ich nehme die von iChoc)

  • eventuell noch etwas mehr Agavendicksaft

 

Und so geht’s:

  1. Lege alle Zutaten bereit. Heize den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vor.

  2. Gib die Haferflocken, den Buchweizen, die Chiasamen & die Kokos-Chips in eine große Schüssel. Die Mandeln grob hacken und auch mit in die Schüssel geben. Alles schon mal kurz miteinander vermengen.

  3. In einem kleinen Topf das Kokosöl gemeinsam mit dem Agavendicksaft bei geringer Hitze schmelzen.

  4. Die Sirupmischung zur Haferflockenmischung geben und alles gut miteinander vermengen. Wenn es mit dem Löffel etwas schwierig wird, dann nimm gerne Deine Hände.

  5. Nun nimmst Du Dir ein Backblech, legst ein Backpapier auf und gibst die eine Hälfte der Müslimischung darauf. Alles gut verteilen und etwas mit einem Löffel "andrücken". Ich gebe an dieser Stelle noch etwas mehr Agavendicksaft über die Mischung - so wird das Müsli am Ende noch knuspriger. Die zweite Hälfte Müsli backe ich nachdem die erste aus dem Ofen kommt, da ich keine 2 Backbleche besitze. Falls Du ein zweites hast, kannst Du die andere Hälfte ebenfalls auf diese Weise auf das Blech geben und gemeinsam mit Backblech Nummer eins in den Ofen schieben.

  6. Nun das Ganze für 10 Minuten backen. Dann das Blech kurz aus dem Ofen nehmen und das Müsli mit einem Löffel etwas "auseinander brechen" und wenden. Jetzt kommt das Blech noch mal für 5 - 10 Minuten in den Ofen.

  7. In der Zwischenzeit kannst du schon mal die Schoki grob hacken und dich um die Jackfruit kümmern. Ich habe die groben Stücke einfach in meinen Blender gesteckt und kurz durchpulsiert. So wird alles recht fein, was ich persönlich einfach am liebsten mag wenn es um Trockenobst in Müsli geht. Du kannst sie natürlich aber auch einfach grob hacken - ein gutes Messer ist hier aber unabdingbar ;) 

  8. Hab dein Müsli gut im Blick, nicht das es zu lange in der Röhre bleibt. Es ist fertig, wenn kleine, knusprige Stückchen entstanden sind. Nun kannst du das Blech aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen. Dann Mischung Nummer Zwei auf die gleiche Wiese backen.

  9. Wenn das Müsli gut abgekühlt ist die getrocknete Jackfruit und die Schoko-Stückchen untermengen. Lass es aber wirklich erst gut auskühlen, sonst schmilzt dir die Schokolade. Fertig ist dein allererstes Jackfruit-Müsli :)

So, das war Rezept Nummer 1.

Die herzhafte Variante wird auch ganz bald an dieser Stelle zu finden sein ;)

Wer sich in der Zwischenzeit gerne etwas intensiver mit der Jackfruit an sich auseinandersetzten möchte, findet in diesem Blogbeitrag alle wichtigen Informationen, eben auch was die Frucht so nahrhaft macht und warum sie eine wirklich super gesunde Alternative zu Soja und Co. ist.
Die ganze Geschichte von Julia könnt ihr ebenfalls auf ihrem Blog nachlesen.

Ich möchte auch ganz gerne noch mal die Chance nutzen, euch das bereits angeteaserte 

Projekt in Norden Sri Lankas etwas genauer vorzustellen. Hierfür auch einfach diesem Link folgen ;)

Jacky F. auf Instagram: jackyf.jackfruit

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