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November 2018

Ich möchte diesem Beitrag gerne Folgendes voraus schicken: Ich bin großer Verfechter vom Einkauf in kleinen, lokalen Ladengeschäften in meinem Viertel. Ich versuche es zu vermeiden, allzu viel im Web zu bestellen - auch wenn das ab und an tatsächlich zur Herausforderung für mich wird, gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit. Ich mag einfach das Persönliche, dass diese Geschäfte mit sich bringen. Man kennt sich, selbst in einer Großstadt wie Leipzig. So viel dazu.

Wie lange gibt es schon die Möglichkeit sich Essen nach Hause liefern zu lassen? Ich weiß es nicht. Gefühlt, seit ich denken kann. Mal eben schnell ne Pizza bestellt oder Sushi frei Haus - Mega! Seit einigen Jahren kann man nun auch den Trend beobachten, dass es lange nicht mehr beim bereits fertig gekochten Essen bleiben muss. Unsere Gesellschaft hat sich verändert. Es gibt die einen, die (vermeintlich) zu beschäftigt sind, in den Supermarkt zu gehen und ihren Einkauf zu erledigen. Dann gibt es die anderen die schlichtweg einfach zu bequem geworden sind dies zu tun. Ketten wie etwa Rewe oder auch Edeka bieten inzwischen an, den Einkauf übers Netz abzuwickeln und sich alles bequem bis vor die Wohnungstür liefern zu lassen. Irgendwann hat es dann auch angefangen, dass man es dem Konsumenten noch einfacher machen wollte, indem man ihm sogar ein bereits fertig durchdachtes Menü nach Hause schickt - alle Zutaten in passender Menge befinden sich im Paket und müssen nur noch anhand der beiliegenden Rezeptkarten zubereitet werden. Irrsinn. Für mich jedenfalls. Ich kann durchaus verstehen, dass man trotz full-time-job, Haushalt, Kindern und und und auch gerne etwas frisch gekochtes am Abend auf dem Tisch haben möchte, jedoch brauche ich dieses Feeling ins Geschäft zu gehen, die tollen Produkte zu sehen und mein Herz entscheiden zu lassen, was ich gerne daraus zaubern möchte.

Und damit sind wir auch schon beim heutigen Thema: Diese wundervoll leuchtenden, farbenfrohen, perfekt geformten Lebensmittel, die mir in der Auslage, selbstverständlich perfekt ausgeleuchtet, präsentiert werden. Irgendwie verrückt. Das wurde mir erst so richtig bewusst, als ich anfing in Bio-Märkten oder auf dem Markt meine Lebensmittel zu kaufen. Da sieht die Auslage zum Teil schon etwas anders aus: krumme Rüben, Äpfel mit Narben oder auch Blaubeeren, die keinen (gefühlt) 1,5cm Durchmesser zu verzeichnen haben. Nein, hier liegen Lebensmittel, bei denen ich mir durchaus Vorstellen kann, dass sie nicht im Labor gezüchtet, sondern auf Wiesen und Feldern gewachsen sind.

Spätestens jetzt sollten wir uns alle folgende Frage stellen: Wie kann das sein, dass im Supermarkt ausschließlich perfekt aussehendes Obst & Gemüse präsentiert wird? Nun das liegt wohl zum einen daran, dass der Mensch es über Jahrzehnte hinweg geschafft hat, sich sein Obst und Gemüse so zu züchten, dass es der Norm entspricht. Irgendwann hat beispielsweise mal jemand festgestellt, dass eine Möhre in orange am appetitlichsten aussieht. Rote, violette und gelbe Möhren waren einfach nicht mehr en vogue.

Der andere Grund ist, dass ein erheblicher Teil der Ernte ausschließlich aufgrund seines Aussehens auf dem Feld liegen bleibt, vernichtet oder zur Energiegewinnung zweckentfremdet wird. Das zeigt mir, wie oberflächlich der Mensch geworden ist. Wir verschwenden wertvolle Lebensmittel und Ressourcen völlig unbedacht.

Aber es gibt die ein oder anderen Menschen, die sich dem entgegen stellen und täglich ihr Bestes geben um die Lebensmittel ins Rampenlicht zu rücken, die wir im Normalfall nie zu Gesicht bekommen hätten. Und hiermit wären wir bei einem meiner absoluten Lieblings-Unternehmen: etepete. Die Jungs und Mädels dieses Startups haben zusammen mit einem Netzwerk an Bio-Bauern ein Auffangbecken für extravagant aussehendes Obst und Gemüse geschaffen. Und das beste daran: es wird nachhaltig direkt zu dir nach Hause geliefert. Das heißt du bekommst Lebensmittel in bester Bio-Qualität, zu einem wirklich fairen Preis ohne Plastik-Verpackung direkt vor die Wohnungstür. Und hier tut man mit dem versenden der Lebensmittel auch wirklich etwas Gutes. Ein Beispiel: Supermärkte können nur wage abschätzen, wie viele Äpfel und Birnen ihre Kunden kaufen werden. Um zu vermeiden, dass die Auslage zu leer wird, wird in der Regel immer zu viel geordert. Das heißt es kommt zur Überbestellung und am Ende landet eine nicht zu unterschätzende Prozentzahl dieser Lebensmittel im Müll. Bei etepete weiß man genau, wie viele Kunden in der aktuellen Woche beliefert werden müssen und so kann nur exakt die Menge an Lebensmitteln geordert werden, die auch benötigt wird. Lass mich dir ein weiteres Beispiel geben: Obst und Gemüse aus dem Supermarkt legt oft einen langen Weg zurück bis es in den Regalen landet, denn die Lieferkette reicht von Vermarkter und Großhandel bis hin zu Verpackungsbetrieben und Verteilern. Total ineffizient. Bei etepete wird direkt vor Ort eingekauft, selbst verpackt und das Paket schließlich CO2-neutral zu dir nach Hause geschickt. Und weil alle guten Dinge drei sind, hier ein letzter Punkt, der für das Konzept von etepete spricht: Supermärkte legen ihren Bauern nahe, Anbau nach Aussehen zu betreiben - ihr wisst schon, wegen den Normen. Ziemlich dämlich. Etepete Lieferanten können ihren Anbau so nachhaltig und ertragreich wie möglich gestalten. Seit 2017 arbeitet das Startup mit Partnern daran, gemeinsam Felder zu "beplanen". Den Landwirten wird so Planungssicherheit garantiert und können sich fernab irgendwelcher Normen ganz auf ihren Anbau konzentrieren. Und hier bleibt am Ende nichts liegen – egal ob krumm oder schief- Hauptsache frisch und gesund.

An dieser Stelle weiß ich gar nicht wo ich anfangen soll das Ganze wirklich wundervoll zu finden. Wenn ich über solche Projekte spreche, gerate ich immer regelrecht in eine kleine Schwärmerei, einfach weil ich mir so sehr wünsche, dass mehr Menschen hinterfragen was sie sich in den Einkaufskorb legen, es ist mir eine Herzensangelegenheit. Ich hoffe jeder, der diesen Beitrag liest nimmt sich an dieser Stelle mal 5 Minuten Zeit in sich zu gehen und über all das nachzudenken. Und wenn ich am Ende nur einen einzigen dazu bewegen konnte, seine Lebensmittel ab heute bewusster einzukaufen, habe ich mein Ziel erreicht. Louisa Dellert postete vor kurzem folgenden Satz auf ihrem Instagram Profil:

Wenn viele kleine Leute an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können sie das Gesicht der Welt verändern.

Wie recht sie damit hat! Also warum nicht heute einen kleinen Schritt in die richtige Richtung gehen? Den Anfang hast du gemacht, indem du diesen Beitrag gelesen hast. Hab vielen Dank dafür <3

Um dir deinen zweiten Schritt nun etwas einfacher zu machen, möchte ich dir zusammen mit etepete für deine erste Retterbox gerne 5€ schenken. Gib einfach den Code kathakatinka am Ende der Bestellung in das entsprechende Feld und dir wird der Betrag direkt abgezogen. Und nein: Das mache ich jetzt nicht, um daraus irgendwelchen Profit zu schlagen. Ich mache das, um dir die Möglichkeit zu geben, das Ganze einfach mal auszuprobieren und zu schauen, ob du Gefallen daran findest. Gerne kannst du mir auch jeder Zeit schreiben, falls du Fragen oder Anregungen hast - ich freue mich über jeden Austausch der zustande kommt.

Und jetzt: lass uns gemeinsam Lebensmittel retten <3

© 2018 by Katharina Welsch BA Innenarchitektur || Impressum

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kathakatinka - Ein veganer Food Blog aus Leipzig mit viel Herz und Bewusstsein für Natur & Umwelt.