ki-ka-käse.

Vor einiger Zeit habe ich einen Beitrag gesehen in dem es um unterschiedlichste Formen der Ernährung ging. Ein großer Teil der Dokumentation beschäftigte sich mit dem Thema Käse. Ähnlich geht es auch mir: 70% meiner Zeit verbringe ich mit der Suche nach dem perfekten "Käse".

Warum? Nun, ein richtig guter Mozzarella veredelt auch die einfachste Pizza. Auf jede Pasta gehört ein großer Löffel frisch geriebenen Parmesan. Die akribisch genau geschichtete Lasagne wird vollendet mit zart schmelzendem Cheddar. Und was gibt es besseres als frisch gebackenes Brot, in dicke Scheiben geschnitten, mit einer Scheibe Gouda obendrauf.

Egal mit wem ich mich über tierfreie Ernährung unterhalte, hirgendwann kommt immer dieser eine ganz bestimmten Satz: "Auf Fleisch kann ich ja verzichten, aber auf Käse? Nein, niemals!". Ich verstehe diese Menschen nur zu gut, denn auch ich liebe Käse und muss zugegeben: an manchen Tagen fällt es mir wirklich schwer die Gedanken daran im Zaum zu halten. In der bereits erwähnten Dokumentation wurde darüber berichtet, dass Käse (ähnlich wie beispielsweise Nikotin) süchtig machende Stoffe enthält. Diese Stoffe docken an die Synapsen im Gehirn an und es werden eine Menge Endorphine ausgeschüttet. Das wiederum macht uns glücklich und dieses Gefühl möchten wir nun immer wieder und wieder haben. Ob das nun tatsächlich zu 100% der Wahrheit entspricht, weiß ich nicht. Ich bin weder Ernährungswissenschaftler noch forsche ich am menschlichen Gehirn. Aber diese These macht es mir tatsächlich leichter in schweren Momenten wieder zur Vernunft zu kommen.

Ich will eigentlich gar keinen Käse. Ich will nur diesen Glücksmoment. Logisch, oder?

Dennoch gibt es eben bestimmte Gerichte deren Geschmack erst mit etwas Käse perfekt abgerundet wird. Jeder von Euch, der sich vegan ernährt, weiß wie schwer es ist, einen Käseersatz aufzutreiben, der in Geschmack und Konsistenz einigermaßen mit dem tierischen Produkt vergleichbar ist.

Ich möchte an dieser Stelle gleich alle Hoffnungen zerschlagen: Es gibt keinen vergleichbaren milchfreien Käse. Jedes Ersatzprodukt schmeckt in keinster Weise wie der tierische Bruder. Kein Käseersatz hat annähern den Schmelz, den der "Echte" hat.

Meine Meinung. Ich lasse mich aber hier gerne eines besseren belehren.

Heute möchte ich Dir aber zwei Alternativen zeigen, die eben einfach gut schmecken, beziehungsweise sich als Ersatz gut eignen. Und das Beste: als "Rest" bekommst Du noch eine wundervolle Madelmilch, die sich nebenbei bemerkt, auch hervorragend aufschäumen lässt. Aber bitte tu mir einen Gefallen: versuche ohne Erwartungen an die Sache heran zu gehen und trenne dich gedanklich von dem Geschmack, den du erwartest wenn Du das Wort "Käse" hörst. Lass Dich einfach auf die Sache ein und schau, ob es Dich überzeugt. Ich bin gespannt, was Du dazu sagst ;)


Für den Cashewmozzarella brauchst Du:

  • 100 g Cashewkerne (für 3 - 4 Stunden oder über Nacht in Wasser eingeweicht)

  • 120 g ungesüßten Natur-Sojajoghurt

  • 150 ml Wasser

  • 1 TL Fleur de Sel (ich liebe ja das von Just Spices)

  • 2 EL Maisstärke

  • 1 EL Agar Agar

  • ca. 20 - 30 Eiswürfel


Und so geht’s:

  1. Als erstes gibst Du die eingeweichten, abgetropften Cashewkerne, zusammen mit dem Sojajoghurt, dem Salz und 70 ml Wasser in einen leistungsstarken Mixer. Alles fein pürieren und die Creme anschließend in eine Schüssel geben. Diese lässt du nun abgedeckt bei Zimmertemperatur über Nacht stehen.

  2. Am nächsten Tag das Agar Agar in 120 ml Wasser auflösen und bei geringer Hitze ca. 1-2 min köcheln lassen. Es ist wichtig, dass Du das Ganze wirklich köcheln lässt, denn das agar Agar braucht Hitze um anschließend die Masse zu binden.

  3. In der Zwischenzeit rührst Du die Stärke unter die Creme und gibst die Masse anschließend unter ständigem Rühren in den Topf mit der Agar-Agar-Lösung. Das Ganze wird jetzt etwas zäh und sollte deshalb immer gut gerührt werden.

  4. Nun ca. 20 - 30 Eiswürfel in eine Schüssel mit kaltem Wasser geben. In das eiskalte Wasser lassen wir jetzt die Mozarella-Kugeln gleiten. Ich nehme hierfür zwei Esslöffel: Mit dem ersten nehme ich etwas Mozarella-Masse aus dem Topf und streiche diese dann mit dem zweiten in das kalte Wasser. Auf diese Art entstehen zwar eher Nocken als Kugeln, ich persönlich finde das aber eigentlich recht hübsch.

  5. Die Mozzarella-Kugeln nun mindestens 1/2 Stunde im Wasser abkühlen lassen. Anschließend kannst Du die Kugeln in einem verschlossenen Behälter in ausreichend Salzwasser für ca, 1 Woche im Kühlschrank aufbewahren.

Für den Mandelfeta brauchst Du:

  • 1 sauberes Geschirrtuch (am besten reine Baumwolle oder Leinen)

  • 200 g Mandeln (für 4 Stunden oder über Nacht in Wasser eingeweicht)

  • Salz

  • 1 l Wasser

  • 2-3 frische Zweige Rosmarin

  • Abrieb & Saft von 1/2 Zitrone (je nach Geschmack kannst Du auch weniger oder mehr verwenden)

  • 2 EL Olivenöl

  • 2 TL Fleur de Sel


Und so geht’s:

  1. Als erstes bereiten wir auch den ersten 3 Zutaten die Mandelmilch zu. Aus den "festen" Resten, die übrig bleiben, machen wir dann den Feta.

  2. Weiche die Mandeln für mindestens 3 Stunden in reichlich kaltem Wasser und einer Brise ein. So lassen sie sich am besten Schälen. Man kann die Mandelmilch natürlich auch aus ungeschälten Mandeln zubereiten, aber dann wird sie nicht so schön weiß.

  3. Sind die Mandeln ausreichend lange im Wasser gewesen, kannst du sie schälen. Das Geht ganz einfach: eine Mandeln nehmen und fest auf die "Haut" drücken und einfach abschieben. Ich weiß, dass ist ganz schöne Fummelarbeit, aber es lohnt sich ;)

  4. Nun die geschälten Mandeln mit 1 l Wasser im Mixer cremig pürieren.

  5. Anschließend einen Sieb auf eine große Schüssel legen, ein sauberes Geschirrtuch hineinlegen und die Flüssigkeit vorsichtig darauf gießen. Jetzt die gesamte Flüssigkeit aus dem Tuch pressen. Jetzt hast Du bereits die fertige Mandelmilch. Diese solltest Du im Kühlschrank aufbewahren und nach ca. 3-4 Tagen aufbrauchen.

  6. Die im Tuch übrig gebliebene feste Mandelmasse brauchen wir jetzt für den Feta. Hierfür heizt Du den Backofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vor.

  7. Die Blätter von 2 der Rosmarinzweige abzupfen, fein hacken und beiseite stellen. Einen Zweig lässt du als Deko übrig.

  8. Die Mandelreste der Mandelmilch nun mit dem Saft und dem Abrieb der Zitrone, den gehackten Rosmarinblättern und dem Salz verkneten. Je nach Geschmack kannst Du nun noch mehr Zitrone oder Salz zugeben.

  9. Aus der Masse nun entweder einen runden Laib formen oder alles in eine ofenfeste Form geben. Den beiseite gelegten Rosmarinzweig als Dekoration oben drauf geben, etwas fest drücken und die Masse für ca. 25 - 30 min in den ofen geben. Der feta ist fertig, wenn die Ränder eine schöne Farbe angenommen haben.

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