pizzzzzza.

Schon als kleines Mädchen habe ich es geliebt in den Wald zu gehen und mich auf die Suche nach dem schönsten und größten Pilz zu machen. Ich meine wie toll ist das bitte? Da wächst etwas mitten im Wald - mal versteckt, mal ganz offensichtlich - und man darf es sich einfach so nehmen. Einfach so. Wer es findet, darf es behalten.

Der Reiz am Suchen von Nahrung liegt mit großer Wahrscheinlichkeit bereits in unseren Genen.

Er hilft uns schlicht und ergreifend dabei zu überleben. Im Gegensatz zum Jagen und Erlegen von Tieren, brauchen wir hierfür jedoch weder Waffen noch sonderliche sportliche Fähigkeiten. Lediglich etwas Geduld und ein geschultes Auge sind notwendig, um sich eine super leckere Mahlzeit zu sichern. An dieser Stelle ein Tipp von mir: die kleinen Schlingel lassen sich am besten finden, wenn es kurz zuvor geregnet hat, denn dann glänzen die kleinen Hütchen und lassen sich so vom doch eher matten Waldboden gut unterscheiden. Man könnte jetzt den Anschein bekommen, ich wäre eine wahre Pilzexpertin. Aber nein, definitiv bin ich das nicht! Im Gegenteil: die Pilze, die ich mit Sicherheit zuordnen kann, lassen sich an einer Hand abzählen. Und hier kommt (Überlebens-)Tipp Nummer zwei: Sammle nur die Pilze, die du auch zu 100% richtig bestimmen kannst. Alles andere wäre einfach nur dumm und lebensgefährlich.

Soweit ich mich erinnern kann, hat mir nicht nur das Suchen und Finden in meiner Kindheit große Freude bereitet, sondern auch das Verspeisen dieser kleinen Wunder der Natur. Ich denke hier spielt dieses "Das habe ich gefunden! Ganz alleine!" eine sehr wichtige Rolle. Viele Kinder würden mit Sicherheit mehr Gemüse und Obst essen, wenn sie nur in die Zubereitung oder eben das Sammeln von ihren Eltern einbezogen würden. Warum verstecken wir zu Ostern irgendwelche Zuckerbomben im Garten, kommen aber nicht auf die Idee mit den Kids in den Wald zu fahren und das zu suchen, was Mutter Natur für uns "versteckt" hat? Noch dazu weil es um das 100fache gesünder ist. Und: es ist völlig kostenlos!

Vor einer Woche habe ich mich mit meiner lieben Freundin Stephie auf eine kleine Wanderung durch den Thüringer Wald begeben. Ziel war es, abzuschalten, frische Luft zu tanken und einen Tag abseits des städtischen Trubels zu genießen. Insgeheim habe ich zwar gehofft, den ein oder anderen Pilz zu finden, jedoch habe ich aufgrund der andauernden Trockenheit nicht wirklich daran geglaubt. Umso größer war die Freude als ich ganz zufällig im linken Augenwinkel einen kleinen Birkenpilz entdeckt habe. Nun, was soll ich sagen. Die Sammlerin in mir war nun nicht mehr zu bändigen.

Ich kroch unter Nadelbäume, sprang über Wurzeln und Äste und lies meinen geschulten Blick über den moosbedeckten Boden schweifen. Um es gleich vorweg zu nehmen: Die Ausbeute reichte bei weitem nicht für eine Pilzpfanne mit Kartoffelbrei ;) Deshalb habe ich mir etwas anderes überlegt. Ich wollte gerne etwas zubereiten, bei dem die kleinen braunen Schätze im Fokus stehen. Sie sollen eine gute Begleitung bekommen, die ihren Geschmack nicht übertrumpft, sondern unterstreicht. Deshalb habe ich mich für eine sehr simple Pizza entschieden. Lediglich etwas selbst gemachter Mozzarella und Tomaten sollen neben den Pilzen als Belag dienen. Dazu frische Kräuter und eine richtig gute Tomatensoße als Basis. Perfekt!

Nun meine Lieben, der Herbst steht in den Startlöchern, die Pilzsaison ist eröffnet. Wie wär’s wenn du dich auf einen kleinen sportlichen Wettkampf einlässt und dich auf die Suche nach dem schönsten und größten Pilz machst? Ich drück dir die Daumen! Und keine Panik! Du brauchst keinen Korb voller Maronen, Steinpilze und Co zu sammeln, 5-7 Exemplare reichen für dieses Rezept vollkommen aus :)


Für die Tomatensoße:

  • 2 rote Zwiebeln

  • 3 Knoblauchzehen

  • 4 EL Tomatenmark

  • 400 ml passierte Tomaten

  • 1 - 2 Hände voll frische Kräuter (ich habe Rosmarin, Thymian und Basilikum genommen)

  • Salz

  • Pfeffer

  • Wasser

  • etwas Olivenöl

Für den Pizzateig:

  • 250 g Pizzamehl (oder normales Weizenmehl - gerne auch Vollkorn)

  • 2 TL Salz

  • 1/2 Würfel frische Hefe

  • 175 ml Wasser

Für den Belag:

  • Pilze (frisch oder getrocknet)

  • etwas Butter (ich benutze immer die Bio-Alsan)

  • Mozzarella (hier findest du ein Rezept für Cashewmozzarella)

  • Rispentomaten

  • Salz (ich habe das Tomatensalz von Just Spices benutzt. Absolute Empfehlung!)

  • Pfeffer

  • 1 El Agavendicksaft

Und so geht’s:

  1. Als Erstes setzt du die Tomatensoße an, denn die darf gerne 1-2 Stunden (oder auch länger) vor sich hin köcheln.

  2. Hierfür gibst du in einen (mindestens!) mittelgroßen Topf etwas Olivenöl und erhitzt es bei mittlerer Hitze.

  3. Die Zwiebeln und den Knoblauch nun in sehr kleine Würfel schneiden. Beides zum Öl in den Topf geben und leicht anrösten. Achtung! Es sollte wirklich nur eine leichte Bräunung entstehen, der Knoblauch wird sonst bitter.

  4. Gib nun das Tomatenmark zu den Zwiebeln und dem Knoblauch in den Topf. Röste es etwas mit an und lösche anschließend alles mit den passierten Tomaten ab.

  5. Die Soße jetzt mit Kräutern, Salz und Pfeffer würzen und alles bei geringer Hitze einköcheln lassen. Ab und an gerne etwas Wasser hinzu geben, falls die Soße zu dickflüssig wird.

  6. In der Zwischenzeit machen wir uns an den Pizzateig. Hierfür das Mehl mit dem Salz in eine Rührschüssel geben, vermengen und anschließend die Hefe fein darüber bröseln.

  7. Während die Küchenmaschine nun alles fleißig rührt, nach und nach das Wasser hinzu geben. Lass deine Maschine den Teig für mindestens 5 Minuten kneten. Am Ende solltest du einen schönen, glatten und elastischen Teig haben. Ist er zu "flüssig", gib etwas mehr Mehl dazu. Ist er zu trocken, nimm mehr Wasser. Achte aber stets darauf nicht immer mehr und mehr Zutaten hinzu zu fügen. Sonst stimmt am Ende das Hefe-Mehl-Verhältnis nicht mehr.

  8. Jetzt kommt der Teil in dem du Pause hast und alles erstmal von alleine geht: Die Schüssel mit dem Teig mit einem feuchten Geschirrtuch abdecken, an einen warmen Ort stellen und für ca. 1 Stunde gehen lassen. Auch die Tomatensoße darf in dieser Zeit weiter vor sich hin köcheln.

  9. Wenn der Teig seine Ruhe hatte und nun doppelt so groß ist wie zuvor, kannst du ihn auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben. Ich habe ihn noch mal in der Hälfte geteilt, so erhält man 2 Pizzen mit einer guten Größe.

  10. Den Ofen auf 200 Grad bei Ober-/Unterhitze vorheizen.

  11. Die Teigkugel nun mit den Händen zu einer runden Pizza "ziehen". Bloß nicht mit einem Nudelholz platt wälzen! Das nimmt dem Teig die ganze Fluffigkeit. Das ist übrigens auch der Grund, warum die Italiener ihren Teig immer spektakulär durch die Luft wirbeln. Keiner von ihnen würde auf die Idee kommen, den Teig auszurollen. Natürlich darfst auch du dich im durch-die-Luft-wirbeln üben, ich persönlich kann das aber nicht ;)

  12. Wenn dein Teig eine entsprechende Größe hat, gibst du eine gute Portion der Tomatensoße darauf. Ich backe die Pizza in diesem Zustand erstmal etwas vor. Warum? Ganz einfach: der Teig braucht etwas länger um kross zu werden, als der Belag. Je nachdem wie knusprig zu deine Pizza möchtest, den Teig mit der Soße für ca. 10-15 Minuten backen.

  13. Während dieser Zeit schneidest du die Pilze in "Scheiben". Etwas Butter in eine beschichtete Pfanne geben und die Pilze, gewürzt mit etwas Salz und Pfeffer, darin anrösten. So haben sie auf der Pizza später ein schönes Aroma.

  14. Ist deine Pizza vorgebacken, nimm sie aus dem Ofen, gib die Pilze und die restlichen Zutaten darauf und schieb sie noch mal für ca. 10-15 Minuten in die Röhre.

  15. Et voilà! Deine herbstliche Pizza ist fertig und darf nun verspeist werden. Lass es dir schmecken!

An dieser Stelle noch mal ein riesiges DANKESCHÖN an Frau Ey, für diese tollen Bilder meiner Pilzjagd. Schaut auch mal auf ihrem Blog vorbei. Sie macht nicht nur großartige Fotos, sondern schreibt auch wirklich inspirierende Texte.

Stephie Ey - photograpy lover, poetry soul and wild child at heart

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