waldliebe.

3. März 2018

Ich liebe Leipzig.

Ich liebe die Stadt, die Menschen & die Architektur.

Aber an manchen Tage muss ich einfach raus.

Aufgewachsen bin ich einem kleinen Dorf "im Wald". Trotz stark befahrener Hauptstraße mitten vor der Haustür, gaben einem die Wälder ringsum immer ein behütetes und heimeliges Gefühl. Wollte man ins nächste Dorf oder gar die kleine Stadt, so musste man sich auf eine kleine Reise durch Nadel- und Laubwälder, auf engen und kurvigen Straßen, begeben - ohne Auto ging hier nichts.

Als Kind, und vor allem als Teenager, ist diese Lebenssituation meist schlicht und ergreifend beschissen. Klar. Man möchte einfach nur weg aus diesem Nest, der Langeweile entkommen und hinaus in die bunte, laute, aufregende Welt. Das Gefühl man könnte wichtige Dinge verpassen wird von Jahr zu Jahr stärker.

Die Ruhe, die einem die Natur einst gab, wird mehr und mehr zu einer inneren Unruhe und einem starken Drang zu gehen.

Diesem Drang habe ich nachgegeben.

Vorerst.

 

Ich bin kein Weltenbummler. Ich bereise nicht die unterschiedlichsten Kontinente und habe auch nicht das Bedürfnis am Ende meines Lebens jeden Fleck dieser Erde gesehen zu haben. Das kleine Dorf im Wald steckt in mir. Ob ich es will oder nicht. Als hätten sich die Wurzeln der Bäume um meine Knöcheln geschlungen, fest gezogen und mir so die Möglichkeit genommen, mich ihnen zu entziehen. Man könnte meinen mir wäre nicht wohl mit diesem Gefühl, ich wäre gefangen und nicht frei.

Aber im Gegenteil.

Diese tiefe Verbundenheit macht mich glücklich. Immer dann, wenn ich mich aufmache raus aus der Stadt hinein ins Abenteuer kribbelt es in meinen Händen, Euphorie bricht aus, ich bin aufgeregt. Wenn ich im Wald unterwegs bin, die Nadeln der Bäume riechen, den Wind in den Blättern hören und die Schönheit der überwältigenden Natur sehen kann, dann bin ich so unendlich glücklich.

Ich kann in diesen Momenten alles vergessen, den Stress des Alltags beiseite legen und einfach nur mich selbst und das Leben lieben.

Die Natur kann mir ein Gefühl geben, das mir kein anderer vermag zu geben. Hier bin ich entspannt. Gleichzeitig jedoch hibbelig und voller Tatendrang. Ich möchte über Wurzeln springen, mich auf den moosbedeckten Waldboden legen und hinter Bäumen verstecken. Die "kleine Katharina" in mir schreit förmlich nach Aufmerksamkeit - ich bin zurück in meiner Kindheit. Als alles noch irgendwie einfacher war. Als ich mir Heute keinen Kopf um Morgen machen musste. Geld, Wohnung und Job keine Rolle spielten und ich nur die Aufgabe hatte glücklich und unbeschwert im Wald zu spielen.

Wahrscheinlich ist es genau das, was mich in solchen Momenten so glücklich macht.

Warum ich die Wälder so liebe.

 

Zurück in der Stadt weiß ich, dass ich ohne die Möglichkeiten, die mir diese bietet nicht leben möchte. Ohne die Natur jedoch nicht leben kann.

© 2018 by Katharina Welsch BA Innenarchitektur || Impressum

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kathakatinka - Ein veganer Food Blog aus Leipzig mit viel Herz und Bewusstsein für Natur & Umwelt.